Das Montanturnier ist ein Florettwettbewerb im Rheinland über 2 Tage mit über 200 Teilnehmern aller Altersklassen. An ausländischen Fechtern waren vor allem die Niederlande gut vertreten. Jakob Haller startete mit dem Florett des Jahrgangs 2000 als einer von 15 Teilnehmern. Das Feld war sehr stark besetzt, die besten der rheinischen Schüler-Rangliste waren da, außerdem die stärksten westfälischen Fechter des Jahrganges, sodass Jakob seine Chancen, über die Vorrunde hinauszukommen, nicht sonderlich hoch einschätzte.
Die Vorrunde begann für ihn dann auch wackelig und mit noch unsicherem Vorgehen in den Gefechten; bei schließlich einem gewonnenen Gefecht zog er aber dank der guten Trefferdifferenz als Zehnter in die Zwischenrunde ein. Hier konnte er sich mit zwei Siegen über Guilano Welter, dem er in der Vorrunde noch unterlegen war, und den rheinischen Ranglisten-Dritten Leander Skorna über eine Qualifikation für das Finale freuen. Dieses war hochkarätig besetzt mit den beiden Spitzen der rheinischen Rangliste und
den drei derzeit wohl besten westfälischen Florettjungs des 2000er-Jahrgangs. Als Außenseiter der Runde und nach ohnehin schon beachtlicher Steigerung an technischer und taktischer Sicherheit in der Zwischenrunde verwies er in einem ziemlich furiosen Gefecht Aji Ayman aus Castrop-Rauxel, der ihn zuvor noch 5:0 besiegt hatte, mit 5:1 auf den sechsten Platz der Finaltabelle verweisen. An Dramatik kaum noch zu überbieten war das letzte Gefecht der Runde, als Jakob gegen Louis Bongard von Bayer Leverkusen, der in dieser Saison noch kein einziges Turniergefecht verloren hat, 4:0 führte. Louis änderte souverän seine Taktik, zog schließlich doch noch mit 5:4 an Jakob vorbei und wurde - fast schon gewohnheitsgemäß - Sieger des Wettbewerbes.Angesichts des überraschenden 5. Platzes in diesem schwierigen Turnier war die Freude bei Jakob groß. Sehr schön war die Atmosphäre des ausgezeichnet durchorganisierten Turniers; es gab keine langen Wartezeiten, souveräne Obleute, stimmungsvolle Siegerehrungen unter freiem Himmel und unter allen Teilnehmern viel Fairness. Ein paar Minuten nach dem Gefecht standen die Gegner schon wieder miteinander als Zuschauer an der Bahn und feuerten die nächsten an.